A Masque of Cupid & Death

Freiburg/Germany, 1996

A Masque of Cupid & Death

Unser Projekt vom Februar 96: Tanz und Musik

Eine Zusammenarbeit der Domenikaner und des Freiburger Frühbarockensembles Choreographie: Tine Plisch, Musikalische Leitung: Burkhard Korn

Was ist eine Masque?

Eine Masque ist ein höfisches Ballett, wie es sich am englischen Hof in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts unter Charles I. besonderer Beliebtheit erfreute. Eine durchgehende Handlung oder zumindest ein übergeordnetes Thema verbindet alle Teile der Masque. Dargestellt werden verschiedene Gefühlstimmungen und menschliche Charaktere. Meistens treten Figuren aus der griechischen Mythologie auf. Wichtig ist dabei vor allem die Darstellung von Gegensätzen: In unserer Masque sind es Cupid (=Armor) auf der einen Seite und Death (=Tod) auf der anderen Seite. Diese beiden Figuren werden von zwei Tänzern der Domenikaner dargestellt. Die Göttin Venus besingt deren unterschiedlichen Eigenschaften.

Früher hatte die Masque Ähnlichkeit mit dem heutigen politischen Kabaret: Die Rezitative und Gesänge waren voll von Anspielungen auf die damaligen politische Verhältnisse und Ereignisse. Diese Anspielungen sind für uns heute natürlich nicht mehr nachvollziehbar, da uns die intime Kenntnis der damaligen Tagespolitik fehlt.

Die Masque gliedert sich in verschiedene Abschnitte: Nach der Vorstellung der verschiedenen Charaktere in "The Play" folgen grotesque Tänze und Lieder in "The Antimasque", bis eine feierliche Musik den wichtigsten Teil der Aufführung eröffnet: "The Masque", in welcher anspruchvolle Tänze in komplizierten Choreographien präsentiert werden.

Während diese ersten drei Teile einer sehr strikten Idee gefolgt sind, kommen wir nach der Pause zum gemütlichen Teil des Abends und fordern zum Gesellschaftstanz auf ("The Revels"). Doch keine Angst: das Publikum darf sitzen bleiben!

Mittlerweile ist der Abend weit fortgeschritten und die Tänzer sind ermüdet. Uns bleibt nur noch, zum feierlichen Auszug aufzuspielen. ("The Valediction")

Formal finden alle erhaltenen Masques nach diesem Prinzip statt. Leider sind von ihnen nur noch Fragmente überliefert und wenngleich die Dokumentation durch Bild- und Notenmaterial die Rekonstruktion einiger Masques ermöglichen würde, bleibt es fraglich, ob dies sinnvoll wäre, da die Handlung stark in der damaligen Aufführungssituation verhaftet ist. Abgesehen davon war die Maque eine kulturelle Großveranstaltung unter Einbeziehung sämtlicher finanzieller und künstlerischer Mittel des Hofes. Wir haben uns daher ein Konzertprogramm erarbeitet, das formal nach dem Vorbild einer Masque gestaltet ist und den Versuch darstellen soll, ein wenig von der Atmosphäre der damaligen Hofkultur einzufangen.

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