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2. Königlicher Hofball in Königs Wusterhausen, Mai 2009
Am 30. April verwandelte sich Königs Wusterhausen in einen Ort der ganz besonderen Art, als der Leuchtturm der Stadt, das historische Schlossensemble, für eine ganze Nacht durch eine in Samt und Seide gehüllte, illustre Schar zum Strahlen gebracht wurde.
Das HofTheater Schloß Königs Wusterhausen hatte zum 2. Königlichen Hofball in die Kavalierhäuser geladen, und alle waren gekommen. Kein Weg war den Barockbegeisterten zu weit. Aus dem Umland, Berlin und selbst aus München reisten die Gäste an, moderner Fortbewegungstechnik wie Flugzeug und Bahn sei Dank, um sich den Freuden der höfischen Festkultur hinzugeben.
Vor Beginn der Ballnacht genossen alle die letzten Sonnenstrahlen beim Flanieren vor dem Schloss und zufällig vorbeifahrenden Königs Wusterhausenern bot sich ein prächtiges Schauspiel. Reifröcke, Schönheitpflästerchen, Geschmeide und Dreispitz wohin man blickt. Die Diamantcolliers der barock gewandeten Damen funkelten um die Wette mit strahlenden Augen, die Kavaliere gaben sich galant, Scherzworte einer ausgelassenen Gesellschaft flogen von Mund zu Mund.
Das heimische KinderTanzTheater Berlin-Brandenburg, das Barocktanz-Ensemble l‘espace aus Berlin, die Sängerin Karin Lasa und nicht zu vergessen das wundervolle Hoforchester, das diesmal sogar mit einer Theorbe aufwarten konnte, begeisterten mit ihrer Kunst die Ballgäste. Glanzpunkt des Abends war das kurzweilige Stück "Der frisch verliebte Pantalone" von und mit Nils Niemann und Maike Bretthauer im Stil der Commedia dell'Arte.
Der Hofball war das dritte historische Fest des HofTheaters unter der Federführung von Renate Müller-Schäfer: "Wir wollen mit unseren Freunden auf eine Zeitreise gehen und den Alltag weit hinter uns lassen. Obwohl wir die Kleiderordnung ganz locker gestalten, waren diesmal fast alle Besucher im historischen Kostüm gekommen. Der Eindruck ist überwältigend und die Illusion fast perfekt. Mit diesem Engagement tragen unsere Gäste natürlich ganz maßgeblich zum Gelingen des Festes bei."
Es wurde getanzt, bis das Puder auf den Nasen schmolz, und so manch ein Herr entledigte sich im Laufe des Abends seines Justaucorps. So ungezwungen hätte es vielleicht sogar dem Soldatenkönig gefallen, dem alle gezierte Kultur ein Gräuel war.
